Projekt | Szenarien | Veranstaltungen | Förderer | Information | 2. Ebene | english
Projekt | Szenarien | Veranstaltungen | Förderer | Information | 2. Ebene | english
Schleier, Maske und andere Subjektinszenierungen
Seminar mit Hanne Loreck
Samstag, 02. Mai, 14-18 Uhr
Die Veranstaltung findet generell in deutscher Sprache statt, Wortbeiträge können aber auch auf Englisch formuliert werden.
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir bei Interesse um Anmeldung bis zum kommenden Montag, 27.04.09, unter office@fakeorfeint.org
Schleier und Maske sind materielle Objekte, zugleich aber auch Gegenstand vielfältiger gesellschaftlicher und theoretischer Diskurse. Die Rede vom Verschleiern bzw. Enthüllen und De_Maskieren impliziert Praktiken, in denen diese zu offenbar universal einsetzbaren kulturellen Metaphern werden. Die Objekte wie ihre Aufführungen sind maßgeblich an Ideen von (möglicherweise trügerischer) Oberfläche und (nackter) Wahrheit geknüpft. Es reicht allerdings nicht, derartige Vorstellungen einer einfachen Kritik zu unterziehen. Stattdessen müssen sie in einem komplexen Gefüge von Subjekt, Identität und deren Inszenierung gelesen werden.
Das Seminar versucht zusammen mit den TeilnehmerInnen zu fragen, auf welche Weise die Objekte und Praktiken das Subjekt und seine Umgebung ordnen. Welche historischen und ideologischen Implikationen werden dabei re_inszeniert und welche unterlaufen dem Diskurs und den ästhetischen Projekten?
Die Konzeption der Veranstaltung als Seminar wendet sich bewusst von einer frontalen Vortragssituation ab. Sie zielt darauf, diese Fragen auf einer gemeinsamen Grundlage zu diskutieren und lädt die TeilnehmerInnen ausdrücklich dazu ein, eigene Interessen zu artikulieren.
Voraussetzung des Seminars sind folgende Lektüren, die wir gerne als
PDF-Datei nach Eurer / Ihrer Anmeldung per e-mail versenden:
Eva Meyer: „Wenn aus dem Schleier ein Techno-Kleid wird“, in:
Recasting, Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen / Kunstverein München
/ FRAC Champagne-Ardenne, Reims, 1997, 03-09. (auch in englischer Sprache
verfügbar)
Mary Kelly: „Miming the Master: Boy-Things, Bad Girls, and Femmes Vitales,”
in dies.: Imaging Desire, MIT Press, Cambridge 1997, 203-230.
Des weiteren wird jede_r Teilnehmer_in gebeten, mindestens ein Beispiel vorzubereiten, an dem ihr/sein Interesse am Thema deutlich und gemeinsam diskutierbar wird, etwa in Form der Auswahl eines künstlerischen oder Medienbilds. Dieses kann den Veranstaltern im Vorfeld als Bilddatei zugeschickt, und zu Beginn des Seminars kurz erläutert werden. Auch thesenartig präsentierte weitere Texte sind willkommen.
Hanne Loreck ist Professorin für Kunstgeschichte, kunstbezogene Theorie und gender studies an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Kunstkritikerin, Autorin u.a. von Geschlechterfiguren und Körpermodelle: Cindy Sherman, München: Silke Schreiber Verlag, 2002 und Camouflage. Zur Kunst der Tarnung, Berlin: Semele Verlag, 2009 (erscheint demnächst).