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09. Juli 2009
Markus Rautzenberg, Begegnungen mit dem Realen. Zu einer Medienästhetik
der Störung, Vortrag
Was passiert, wenn ein Medium nicht funktioniert, nicht mehr im Hintergrund
seinen scheinbar stets gefälligen Dienst verrichtet? Das Rauschen im
Fernseher, das Knacken in der Leitung, die Schlieren auf der Photographie:
Störungen rücken das Medium selbst in den Blick, indem sie sich
der Wahrnehmung insistierend aufdrängen. Ist die Gegenwendigkeit der
Störung aber nur als tunlichst zu Vermeidendes, als ein der Dynamik von
Medialität vollkommen Heterogenes zu verstehen? Sind Störungen im
medialen Vollzug etwas »Abnormales«, dessen man sich nur zu entledigen
hätte, um »zu den Sachen selbst« zu gelangen? Oder sind sie
vielmehr eine der Medialität konstitutiv eingeschriebene Bedingung ihrer
Möglichkeit? Anhand konkreter Beispiele aus Film und bildender Kunst
wird sich Markus Rautzenberg in seinem Vortrag auf die Spur dieser Fragen
begeben.
In der Störung zeigt sich eine Materialität der Kommunikation, die
Präsenz eines Mediums, die nicht mit Stoff oder Substanz verwechselt
werden kann, da sie nicht in dinghafter Anwesenheit aufgeht. Ihr Modus ist
vielmehr die paradoxe Anwesenheit in der Abwesenheit, Vollzug im Entzug —
und an diesem Punkt zeigen sich Begriff und Phänomen der Störung
als zentral für eine Theorie der Präsenz.
Markus Rautzenberg ist gegenwärtig Postdoktorand am Fachbereich für
Philosophie an der FU Berlin. Sein jüngstes Buch “Die Gegenwendigkeit
der Störung. Aspekte einer postmetaphysischen Präsenztheorie”
wird im September bei Diaphanes erscheinen.